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Am 10. und 11. September ging der Abschlusstest der österreichischen Hengstleistungsprüfung im Pferdezentrum Stadl-Paura über die Bühne. Leider fanden sich im heurigen Jahrgang lediglich zwei Anwärter ein, die beide positiv beschließen konnten. Trotz der guten Abwicklung und der wirklich ansehnlichen Vorbereitung und Präsentation der jungen Hengste stellte sich die Frage, warum der 70-Tage-Test so rückläufig ist?

 

 

An der diesjährigen HLP der österreichischen Warmblutpferde nahmen lediglich zwei Hengste teil. Sie waren beide mit einem unkomplizierten und ansprechenden Interieur ausgezeichnet und lösten die Anforderungen im Gelände, Parcours, Freispringgasse und beim Fremdreitertest mit Bravour. Große Unterschiede gab es deutlich bei Aussehen und Typ. Der Sieger Santana (Z. & B.: Ing. Helmut Welser, Ybbsitz), ein Fuchshengst nach Stakkato und Grosso Z, hatte für seine Alter schon eine stattliche Größe. Man würde sich vielleicht mehr Hengstausdruck und bessere Muskulatur wünschen. Er erhielt eine Endnote von 7,85 Punkten, wobei die Dressur mit 7,37 und das Springen mit 8,08 Punkten bewertet wurden.

 

Bilder von "Santana"

 

Sein Kontrahent Calmeo P, vorgestellt von Daniel Spindler, präsentierte sich in seiner schicken grauen Jacke deutlich kompakter und muskulöser. Wie sein Name verrät gehört er zur Zucht von Dr. Erich Metzl (Zwölfaxing), geht auf den aktuell hocherfolgreichen Hannoverhengst Calme P (v. Calido-Alme Z) zurück und zählt zur übrigens ersten männliche Nachzucht von ihm. Seine Mutter ist die Cash-Landwind II B-Tochter Lady Cash P, aus der ja schon mehrere talentierte Fohlen stammen. Mit 7,70 Punkten (7,39/8,06) musste er sich nur knapp geschlagen geben.

 

Bilder von "Calmeo P"

 

Sowohl für das Richterkollegium Alice Schwab und Ferdinand Croy als auch für den Ausbildungsleiter Rudolf Krippl war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wo es bis zum Schluss keinen eindeutigen Favoriten gab. Der Fuchs lag nach dem ersten Tag – dem Freispringen und der Bewertung der Grundgangarten – ein wenig hinten, punktete aber unter seiner Reiterin Jana Breidling im Parcours, wo er besser sprang als in der Freispringgasse, und im Gelände, wo er eine makellose Runde zeigte.

 

Auf die Frage, warum nicht mehr Junghengste angemeldet waren, hatte Ausbildungsleiter Rudolf Krippl versucht eine Antwort zu finden: „Beim Junghengste-Tag im Februar wurden eigentlich viele Hengste positiv bewertet und hätten die Berechtigung zur HLP bekommen. Warum aber schlussendlich nur zwei gekommen sind, weiß ich nicht genau. Das müssten wir die Züchter und Besitzer fragen. Einige gehen vielleicht den Weg über den 30-Tage-Test und das Bundeschampionat oder sie nützen den gut besuchten Junghengste-Tag als Plattform für einen Verkauf. Pferde halten und ausbilden lassen ist sicherlich auch eine wirtschaftliche Frage. Aber ich bin stolz auf unsere Arbeit und unseren Weg, den wir im Pferdezentrum eingeschlagen haben. Wie man beim Abschlusstest gesehen hat, haben wir die erst dreijährigen Pferde gut auftrainiert, sie haben sich frisch und motiviert gezeigt und ihre Aufgaben anständig gelöst. Natürlich bleibt das Pferdezentrum mit seiner Geländestrecke und den Hallen einfach auch eine optimale Bühne für eine HLP. Deswegen hoffen wir, dass die Zahlen wieder nach oben gehen.“


Das Richterkollegium Ferdinand Croy und Alice Schwab

Auch die beiden Richter Alice Schwab und Ferdinand Croy schlossen sich dieser Meinung an: „Die Pferde haben wirklich gut ausgesehen. Der Ausbildungsweg und Umgang muss einfach passen, sonst hätten sie nicht mit dieser positiven Leistung abschließen und sich so rittig präsentieren können. Mit ihren drei Jahren sind sie jetzt schon auf einem sehr hohen Ausbildungsstand.“

 

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