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Ein alljährlicher Fixtermin war im heurigen Jahr wieder der 26. Oktober, wo bereits zum achten Mal das Freispring-Championat in Stadl-Paura ausgetragen wurde.

 

Und so trafen sich nicht nur Züchter in der großen Halle des Pferdesportzentrums ein, sondern auch prominentes Fachpublikum aus Österreich und dem Ausland, wie beispielsweise den Leiter der Hengsstation Holzeder Johannes Holzeder mit seiner Frau Andrea, oder Dieter Köfler, der Vater des frischgebackenen Siegers im Großen Preis der Klagenfurter Messehalle Dieter Köfler, oder das rot-weiß-rote Aushängeschild Anton Martin Bauer, der sowohl als Reiter als auch erfolgreicher Trainer zur Österreichischen Elite zählt. Sie alle pilgerten nach Stadl-Paura, um die insgesamt 50 Nachwuchspferde in der Springreihe zu bewundern sowie die fachmännische Wertung des Richterkollegiums Jürgen Strauß und Roland Fischer mit zu verfolgen, das - wie sich alle einig waren - hochklassige Benotungen und Bewertungen in den drei einzelnen Kategorien Technik, Vermögen  Gesamteindruck vergaben.

 

Vierjährige Pferde

Bei den insgesamt 13 vierjährigen Pferden fiel eine kompakte, quirlige braune Stute besonders auf: Tendiva (Z.: Josef Stürzlinger, Desselbrunn; B.: Mag. Sabine Prechtl, Kaindorf). Die Tochter des Leonardo x Chepeto x Aloube Z hatte sowohl eine hohe Leistungsbereitschaft als auch eine leichtfüßige Technik, was mit der Bestnote von 26,4 Punkten (8,8/8,6/9,0) belohnt wurde. Reservesieger wurde der Schimmelwallach "Colleeno", der väterlicherseits von Classic (von Classiker x Grannus) abstammt und mütterlicherseits von Aloube Z x Rigoletto. Der leider noch nicht allzu gut bemuskelte Wallach präsentierte sich mit sehr viel Vermögen und Vorsicht am Sprung - er war nie an der Stange. Je höher die Hindernisse wurden, desto besser und souveräner wurde sein Sprungablauf und auch die zu Beginn eher wenig gut angewinkelten Vorderbeine zog er gleichmäßig an (8,5 / 9,0 / 8,6 // 26,1). Die schicke dunkelbraune Ahorn-Tochter "Clea" reihte sich mit ihren 24,9 Punkten (8,1 / 8,3 / 8,5) am dritten Platz. Die Stute, die im letzten Jahr Reservesiegerin bei den Dreijährigen war, zeigte bereits bei den niedrigen Sprüngen, dass sie über eine überaus gute Grundtechnik mit einem tollen Vorderbein verfügt. Am vierten Rang platzierte sich der heuer bei der Hengstleistungsprüfung positiv bewertete Nachkomme des Stakkato Gold x Raphael x Laretto "Staphael". Leider verweigerte der braune großrahmige Hengst mit der imposanten Erscheinung beim letzten Oxer und sprang über Absperrung hinaus. Dieses kleine Missgeschick machte er mit seinem zweiten Versuch wieder gut: Mit viel Übersicht, Vermögen und einem deutlichen Abfußen zeigte er einen sehr guten Sprungablauf (8,0 / 8,5 / 8,0 // 24,5).  Nach seinem dritten Platz im letzten Jahr klassierte sich "Rugby" am fünten Endrang. Der Nachkomme des Ratino (von Ragazzo) aus der Alma (von Aloube Z) wurde mit 24,4 Punkten bewertet (8,4 / 8,0 / 8,0).

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"Tendiva" und "Colleeno"


"Clea", "Staphael" und "Rugby"

 

Dreijährige Pferde

Ein imposanter, großrahmiger Sohn des Solist Sol-Campbell (Z.: Josef Stürzlinger, Desselbrunn; B.: Mag. Sabine Prechtl, Kaindorf) gewann bei den dreijährigen Pferden mit 26,1 Punkten (8,6/9,0/8,5). Der braune Hengst, der mütterlicherseits auf Campostello und Ricardo E.H. zurückgeht, zeigte ein selbstsicheres Verhalten und eine körpergewandte, losgelassene Technik am Sprung mit sehr gut öffnender Hinterhand. Die drittplatzierte der zweijährigen im letztjährigen Championat, "Fiona WS" (von Santander H x Alibi), sicherte sich mit ihrem Selbstvertrauen bei den Hindernissen, der überaus großen Vorsicht , der Gewandheit am Sprung und den gewünschten Reflexen in der Vorhand den Reservesieg (8,5 / 8,8 / 8,6 // 25,9). Mit sehr viel Übersicht, und einem guten Verhalten wurde "Santa Cruz", der Sieger des letztjährigen Championats, Dritter. Der Wallach stammt wie der diesjährige Sieger von Solist (von Santander H x Landadel) ab (8,3 / 8,5 / 8,7 // 25,5). Seine Mutter Castella (von Cento x Beach Boy) war die Reservesiegerin von 2005. Auch Platz vier ging an einen Solist-Nachkömmling: "Cleo", die mütterlicherseits auf Silvano x Rubinstein zurückgeht, wurde als sehr leichtfüßig, selbstbewusst und engagiert charakterisiert (8,4 / 8,5 / 8,5 // 25,4). Mit 25,3 Punkten platzierte sich "Nakota" (von Earl x Caretello B x Delegat) am fünften Rang.

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"Sol-Campbell" und "Fiona WS"


"Santa Cruz", "Cleo" und "Nakota"

 

Zweijährige Pferde

Mit 26,20 Punkten siegte die sprunggewaltige Schimmelstute Berit (von Calido I x Belluno x Carthago) bei den Zweijährigen (Z. & B.: Dr. Franz Hummer-Niedermayr, Schwanenstadt), die mit ihrer gut angewinkelten Beinführung und dem hohen Engagement überzeugt (8,5/8,7/9,0). Sie fußt am Hindernis deutlich ab und kommt am Sprung auch deutlich zurück. Da waren sich die beiden Richter auch einig: "Es macht Spaß, dem Pferd beim Springen zu zu sehen." Zu Beginn wirkte der Reservesieger "Calmeé" noch etwas steif und ungelenk, jedoch war die Leistungsbereitschaft des Nachkommen von Calme-P (von Calido x Alme Z) auch deutlich erkennbar. Von Sprung zu Sprung steigerte sich die Technik, Pacule und das kraftvolle Abfußen, was den Hengst zu einem überdurchschnittlichen Pferd macht. Interessant bei "Calmeé" ist auch die Mutterlinie: Er stammt von Celine D´Abrek (von Abrek x Caladur) ab, die mit ihren erst sieben Jahren unter Gerald Beck sowohl internationale Platzierungen als Erfolge bis zur Klasse S feiern konnte (8,8 / 8,8 / 8,5 // 26,1). Sehr schüchtern präsentierte sich die Kaiser-Karl-Tochter "Gucci". Die Fuchsstute überzeugte vor allem auch durch ihren elastischen Körper und den guten Grundgangarten, die sicherlich eine Doppelveranlagung vorhersagen. Mit dem nötige Antreiben in der Reihe machte sie aber auch sehr gute Sprünge, was ihr den dritten Endrang bescherte (8,6 / 8,4 / 9,0 // 26,0). Über ein überaus hohes und großes Interieur verfügte die Viertplatzierte "Waldfee", eine Tochter des Samenco. Die braune Stute blieb bis zum letzten Sprung engagiert, frech und selbstbewusst (8,4 / 8,6 / 8,8 // 25,8). Ebenfalls etwas unsicher präsentierte sich zu Beginn die Tochter des Alexander der Grosse "Libelle AH". Die Fuchstute wirkte zu Beginn zögerlich, konnte sich aber von Reihe zu Reihe deutlich steigern und am letzten Oxer ihre Qualität unter Beweis stellen, was Anton Martin Bauer einwandfrei charakterisierte: "Das ist ein Springpferd" (8,4 / 8,6 / 8,5 // 25,5).

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"Berit" und "Calmeé" mit Züchter Gernot Gärtner (m.)
sowie Gerald Beck (l.) und Barbara Beinwachs (r.)


"Gucci", "Waldfee" und "Libelle AH"

 

Spezialrassen

Bei den Spezialrassen überzeugte der erst zweijährige Fuchshengst "Diabolo" (von FS Dior de Luxe x Scampolo x Brentano B) mit der Bestnote von exakt 24 Punkten (8,2 / 8,0 / 7,8). Zweiter wurde der ebenfalls erst zweijährige schicke Pintohengst "Belcoleur GM", ein Sohn des Belmondo (von Belluno), der zwar vorne noch nicht gleichmäßig sprang, dafür aber hinten sehr gut aufmachte. Rang drei ging an den Kaiserstern-Sohn "Komet".

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