Drei Starts, drei Nullrunden, zwei Siege – der Mecklenburger Jörg Möller sahnt am ersten Tag der DKB-Pferdewochen auf Gut Groß Viegeln ab.

Der 48-jährige Springprofi schmunzelt zufrieden: „Ambra ist grundschnell, von Natur aus. Ich bin nicht ganz Vollgas geritten, aber warum soll ich sie behindern.“

Mit der zehnjährigen Holsteinerstute Ambra v. Quantum hat Möller das Hauptspringen des Donnerstag gewonnen, den Preis der Verwaltungsgesellschaft Lotto und Toto in Mecklenburg-Vorpommern mbH und den Preis der Goldspan J. Brandenburg GmbH & Co KG. Mit der schnellen Ambra war Möller fast eineinviertel Sekunden schneller als der zweitplatzierte Patrick Stühlmeyer auf dem französischen Hengst Shere Khan du Banney. Möller brauchte 57,02 Sekunden für den 1,40-Springparcours, Nationenpreisreiter Stühlmeyer 58,25. Dritter wurde in 58,58 Sekunden der einstige Doppel-Europameister Marco Kutscher auf SGW Lord Poldy.

„Ich habe Ambra vierjährig bekommen, damals war sie schwierig, ein bisschen kompliziert mit dem Nervenkostüm“, erzählt Möller. „Aber ich mag solche Pferde, die werden später meistens richtig gut.“ Auch der achtjährige Lion Cor, ein Holsteiner v. Larimar sei anfangs schwierig gewesen. „Ihn habe ich auch vierjährig bekommen und wollte ihn erst gar nicht haben. Aber ich habe mich von meiner Frau breitschlagen lassen“, grinst Möller. „Heute macht er mir richtig Spaß.“ Mit Lion Cor hatte er kurz zuvor das erste Springen der Youngster-Tour in Groß Viegeln gewonnen, den Preis der Sprehe Geflügel- und Tiefkühlkost Handels-GmbH & Co KG. Und auch mit der siebenjährigen Darco-Tochter Darling hat er eine flüssige Nullrunde in der Youngster-Tour gedreht.

Mit zwei Pferden für die Youngster-Tour und der schnellen Ambra ist der Springprofi beim internationalen Vier-Sterne-Turnier in Groß Viegeln angereist – und genießt die vier Turniertage. „Dieses Turnier auf der Anlage von Holger Wulschner ist unser Aushängeschild hier in Mecklenburg. Hier stimmt alles.“ Möller selbst hat einen Spring- und Zuchtstall im mecklenburgischen Garlitz. 100 Pferde sind bei Möller zu Hause, Zuchtstuten, etwa zehn Fohlen pro Jahr, Junghengste und 35 Pferde, die unter dem Sattel ausgebildet werden. „Ich bin unheimlich froh, dass ich auf einem Turnier wie hier in Groß Viegeln, die Chance habe zu reiten und mich und meine Pferde zu präsentieren. Das ist für uns Profireiter sehr wichtig.“

Möller ist Stammgast bei den DKB-Pferdewochen und denkt gerne an vergangene Starts zurück. Vor zwei Jahren war er beispielsweise schon mit Ambra hier am Start und ist wie in diesem Jahr mit ihr in der Mittleren Tour am Start gewesen. „Damals war ich zweimal Zweiter mit ihr und im Finale hatten wir im Stechen einen Fehler, waren aber immer noch gut platziert – das war schon toll.“

Am morgigen Freitag stehen gleich sechs Springprüfungen auf dem Programm. Der Tag beginnt mit dem Youngster-Springen, dann folgt die 1,40-m-Springprüfung. „Nach den beiden Prüfungen bin ich morgen fertig“, erklärt Möller. „Dann fahre ich schnell die 150 Kilometer nach Hause und helfe meiner Frau im Betrieb.“ Aber Samstag sei er pünktlich zu seinem ersten Start wieder da, betont er und freut sich darauf.

Der Mecklenburger Möller gewinnt das Hauptspringen am Donnerstag,
Preis der Goldspan J. Brandenburg GmbH & Co. KG und Preis der
Verwaltungsgesellschaft Lotto und Toto in MV mbH. – Foto: Thomas Hellmann

Während Möller morgen nach Hause flitzt geht es in Groß Viegeln weiter mit den Springprüfungen für die Amateure und mit dem ersten Springen der Großen Tour – ein Zwei-Phasen-Springen mit 1,45 m hohen Sprüngen. Die Große Tour gipfelt am Sonntag im Großen Preis der Deutschen Kreditbank AG. Der Sieger wird dann mit einem nagelneuen Mitsubishi nach Hause fahren. Die Vorfreude darauf war heute schon in Groß Viegeln sichtbar, heute war Mitsubishi Tag. Sämtliche Helfer und der gesamte Parcoursdienst waren in Mitsubishi-Rot gekleidet. Im vergangenen Jahr sicherte sich der Italiener Emanuele Gaudiano den Sieg im Großen Preis. Die Konkurrenz 2018 ist groß: 27 Nationen sind in diesem Jahr bei den DKB-Pferdewochen durch 110 Reiter auf 320 Pferden vertreten. Nicht alle treten in der Großen Tour an, nur die 50 Besten qualifizieren sich für einen Start im Großen Preis, aber nur einer wird seine Ehrenrunde im Mitsubishi drehen…
(KiK/EquiWords)

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf www.wulschner.de

Alle Prüfungen werden LIVE! von Clipmyhorse.tv übertragen und sind später in der Mediathek einzusehen.